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Rhythmus der Natur - Juli

Zeit der Vernetzung & des äußeren Wachstums – Teil 2 

 

Kommunizieren

Wenn wir in der Natur genauer betrachten, wie die Gemeinschaft eines Waldes oder einer Wiese funktioniert, so sehen wir hier das Prinzip des Informationsaustausches. Die Blüten senden ihre Signale an die Insekten, die ihrerseits die Informationen an ihr Volk weitergeben. An den Wurzeln der Bäume regeln Pilze den Austausch von Nährstoffen an zwischen den Bäumen, die wiederum der Tierwelt entsprechende Zeichen geben, was Wetter oder Nahrung betrifft. 

Sich dem Netz anvertrauen

Vertrauen hat etwas mit „sich trauen“ zu tun, mit „Mut haben“ und „etwas wagen“. Vertrauen hat man nicht, weil man etwas sicher weiß. Es beginnt erst, wenn wir anerkennen, dass im Leben nichts für immer sicher oder gewiss ist.    

Im Netzwerk der gegenseitigen Verbindungen und Abhängigkeiten macht jede Erfahrung einen Sinn und ist in irgendeiner Form notwendig für unser Wachstum.

 

Alle unsere Erfahrungen sind die Etappen und Wegmarken auf unserem Pfad. Darauf zu vertrauen zeigt uns die positive Perspektive auf das Leben. Kreativ und schöpferisch können wir unser Leben in die Hand nehmen und getrost unseren Weg so gehen, wie er uns gerade richtig erscheint. Das Netzwerk selbst wird uns eines Besseren belehren, wenn wir eine falsche Richtung eingeschlagen haben. Widrige Umstände oder schlechte Erfahrungen sind nichts als Lektionen, die uns den Weg weisen. Dann fällt es nicht mehr schwer, täglich den Sprung ins Ungewisse zu wagen, weil jeder Schritt unseres Weges wichtig & wertvoll ist.

Alles scheint verknüpft zu sein in einem riesigen Gewebe, das durch ständigen Informationsaustausch in Fluss gehalten wird.

 

Auch unser Körper ist ein solches Netzwerk beständigen Informationsflusses, Nervenimpulse & Botenstoffe versorgen ständig alle Teile des Körpers mit den nötigen Informationen aus den jeweils anderen Bereichen. Nur so bleibt der gesamte Organismus im Gleichgewicht.

 

Lernen wir daraus. Dann können wir uns so wenig wie die Bäume im Wald rücksichtslos ausbreiten ohne „hinzuhören“. Hören, was die anderen wollen, sagen, was man selbst möchte. Schädigt ein Einzelner das Ganze, dann schadet er sich selbst, denn ohne den gesamten Organismus sterben auch seine Einzel-Teile.

 

Heißt im Umkehrschluss allerdings auch, dass alles, was ein Einzelner sich & anderen Gutes tut, den ganzen „Organismus Leben" mit unterstützt und lebendig (er-)hält. Wir sind nicht alleine.. alles im leben ist mit allem und jedem vernetzt. 

 

Einladung zum Reflektieren

Welches sind meine Vernetzungen im Leben, mit wem & was bin ich (gut) vernetzt?

Wo wäre ich gerne mehr vernetzt und was könnte ich dafür tun?

 

 

Der vorangegangene Text enthält zitierte Passagen aus „Der Jahreskreis“, Martina Kaiser