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Rhythmus der Natur - ab 21. Dezember

Wintersonnenwende  

Der Hoffnung Raum geben

Die Wende kommt immer dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird. Am 22. Dezember wendet sich das Blatt und die Sonne ändert ihre Richtung. Es geht wieder bergauf mit dem Tageslicht. Der Dezember lehrt uns, dass auch die schlimmste Dunkelheit irgendwann ihr Ende findet, auch die schwerste Krise vorübergeht. Im Zentrum des Schattens wendet ich die Energie und das Neue wird geboren.

Die Zwölften

Für unsere germanischen Vorfahren begann nach dem Weihnachtsfest die Zeit „zwischen den Jahren“, wie die zwölf bzw dreizehn Nächte genannt werden.

 

Diese Übergangszeit, in der das Alte vergangen war, das Neue aber noch nicht begonnen hat, galt als magisch. Vieles schien nun möglich, was sonst undenkbar war. In den „Raunächten“, wie sie auch genannt werden, musste man sich in Acht nehmen, um die Weichen für das neue Jahr nicht falsch zu stellen. Es durfte nicht gearbeitet, gewaschen und vor allem nicht (Stoff) gesponnen werden, denn das Spinnrad stand in magischer Verbindung zu den göttlichen Spinnerinnen des Schicksals. Was hier gesponnen wurde, verwirklichte sich. Wer ein Hemd nähte, so hieß es, der nähte sein „Totenhemd“, wer Wäsche wusch, würde „den Totenhof bekleiden“. Die Raunächte galten auch als Lostage, bei denen die Orakel ausgiebig befragt wurden. Was man in den zwölf bzw dreizehn Nächten träumte, würde sich im entsprechenden Monat des folgenden Jahres verwirklichen.

 

 


Der Text enthält zitierte Passagen aus „Der Jahreskreis“,

Martina Kaiser

Photo by Cathal Mac an Bheatha on Unsplash