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Rhythmus der Natur - August

August – Zeit der Ernte und der Verantwortung 

 

Die energetische Qualität des August ist Reife und Vollendung. Nicht mehr Blüte, Wachstum und Entfaltung stehen im Mittelpunkt, sondern deren Früchte werden sichtbar. Nehmen wir den Reichtum wahr, der uns umgibt & genießen wir ihn die Fülle.

Die Energie des August bestärkt uns darin, Bestehendes zur Reife zu bringen und uns mit dem zu befassen, was wir als die Früchte unseres Wirkens nach Außen bringen wollen. Unsere Früchte sind das Ergebnis dessen, was wir tun, fühlen und denken. Sie sind der sichtbare Ausdruck unseres gelebten Lebens & Handelns.

 

Im August heißt es, die eigenen Projekte & Ziele auf ihre Früchte und deren Reifegrad zu prüfen. Wie auch in der Natur wird nicht jede Blüte zur Frucht und nicht jede unreife Frucht reift zur vollen, süßen Pracht heran. Energie, Kraft, Gedanken, Zeit.. all das sind Ressourcen, welche nicht vergeudet werden wollen. Was ist es wert, zur Reife & zur Vollendung gebracht zu werden? 

Es gilt auch, Prioritäten zu setzen, nach innen zu schauen.. was fühlt sich richtig an..? wo führt mein Herz mich hin?

Eine Pflanze legt in die Reifung ihrer Früchte noch einmal alle Kraft, die sie hat. Für Wachstum hat sie nun keine Energie mehr übrig. Nicht die Quantität, sondern in die Qualität des Bestehenden fließen die verwandelnden Kräfte des August.

 

Verantwortung übernehmen für die eigenen Früchte

Es gibt Früchte unseres Handelns, auf die wir zu recht Stolz sind. Vielleicht sind sie ein wertvoller Beitrag für das große Gewebe der Welt, für die Familie, die Gesellschaft oder die Natur. Früchte der Liebe, der Geduld, der Beharrlichkeit, Früchte intensiver Arbeit und großen Einsatzes.

Manche Früchte sind jedoch bitter und giftig. Falsche Worte, die – einmal ausgesprochen – ihren zerstörerischen Weg gehen. Verletzung, die wir zufügen – absichtlich oder auch versehentlich, Missverständnisse mit all ihren möglichen Folgen.. Alle Früchte sind jedoch unsere eigenen und niemand anders ist für sie verantwortlich. Ob es uns gefällt oder nicht, es sind die Folgen unseres eigenen Seins und Handelns.

 

Also nehmen wir unsere Früchte und ihre Folgen an, denn wir sind Menschen mit Stärken und Schwächen. Nehmen wir die Verantwortung an; what goes around, comes around.

Die Natur zeigt und Fülle & Überfluss

Wer jedoch die vollhängenden Bäume, Sträucher und goldgelben Felder in den Erntemonaten August und September betrachtet, bekommt eine Ahnung davon, wie reich die Natur ist und wieviel Überfluss sie schenkt & wieviel verschwenderische Fülle in ihr angelegt ist. Die Natur fragt nicht, sie ist einfach. Es ist genug für alle da. Was (heute) scheinbar umsonst oder unnütz erscheint, macht wahrscheinlich einen Sinn im größeren Zusammenhang oder zu einem späteren Zeitpunkt. Wir müssen nur einmal einen Schritt zurücktreten und uns „the big picture“ ansehen.. nur weil wir vielleicht etwas gerade nicht sehen oder wahrnehmen können, kann es trotzdem existieren.

 

Wir leben in Fülle und müssen es nur wahrnehmen. Denn nicht nur materieller Reichtum ist uns gegeben – im Vergleich zu den meisten Menschen dieser Erde leben wir in Wohlstand. Aber gerade Reichtum, der sich nicht in klingender Münze aufwiegen lässt, nährt uns in tiefer innerer Seele. Freundschaft, Lächeln, Fröhlichkeit, Spaß und Liebe gehören ebenso zur Fülle des Lebens wie Tränen, Zweifel und Ärger. Süße wie bittere Früchte hängen alle an einem Baum. 

 

Nehmen wir den Reichtum um uns herum wahr und gießen wir ihn in jedem Augenblick. Denn wie jedes Wesen, haben wir alle Fülle verdient, letztlich will das Leben Fülle :-)

 


Der Text enthält zitierte Passagen aus „Der Jahreskreis“, Martina Kaiser